Eustatische Meeresspiegelentwicklung

Bild: Eustatische Meeresspiegelentwicklung in der Trias (nach Aigner & Bachmann 1992/1998, umgezeichnet) Abkürzungen:HST: Hochstand des Meeresspiegels (high stand), LST: Niedrigstand (low stand), TST: Vorrücken des Meeres (transgressive system tract) Wenn Sie obenstehende "Fiberkurve" der Meeresspiegelentwicklung der Trias anschauen, dann gehen Sie doch zum Test einmal zur Abteilung Muschelkalk. Dort sehen Sie zwei Maxima der Meeresspiegelentwicklung: der erste Hochstand (HST) liegt im Unteren Muschelkalk, der zweite Höchststand im Oberen Muschelkalk, und dazwischen liegt die regressive Phase des Mittleren Muschelkalkes mit Salinarbildung (Muschelkalksalz).

Eustatische Meeresspiegelentwicklung in der Trias (nach Aigner & Bachmann 1992/1998, umgezeichnet) Abkürzungen:HST: Hochstand des Meeresspiegels (high stand), LST: Niedrigstand (low stand), TST: Vorrücken des Meeres (transgressive system tract) Wenn Sie obenstehende "Fiberkurve" der Meeresspiegelentwicklung der Trias anschauen, dann gehen Sie doch zum Test einmal zur Abteilung Muschelkalk. Dort sehen Sie zwei Maxima der Meeresspiegelentwicklung: der erste Hochstand (HST) liegt im Unteren Muschelkalk, der zweite Höchststand im Oberen Muschelkalk, und dazwischen liegt die regressive Phase des Mittleren Muschelkalkes mit Salinarbildung (Muschelkalksalz). Zu den großen, globalen Prozessen in der Erdgeschichte gehört das Auf und Ab des Meeresspiegels. In Abhängigkeit vom Klima und damit der Wasserbilanz (Anteil des global verfügbaren Wassers in Gewässern - Ozeane, Binnenseen, Flüsse etc.; Anteil in Form von Eis - Gletscher, Inlandseis der Polargebiete und Anteil als Wasserdampf in der Atmosphäre) steigt oder sinkt der Meeresspiegel - in der geologischen Geschichte ein ständiges Hin und Her. Volumenentwicklung der Ozeane in Abhängigkeit von der globaltektonischen Entwicklung und Volumenausdehnung in Abhängigkeit von der Wassertemperatur beeinflussen den Meeresspiegel ebenfalls mehr oder weniger deutlich.

Die Meeresspiegelentwicklung sorgt für ein Wechselspiel von Vorrücken des Meeres auf die kontinentalen Tiefländer (Transgressionen) und Rückzügen (Regressionen). Vom Meeresspiegel wird der Grundwasserspiegel beeinflußt, aber auch das Erosionsniveau, z.B. die maximale Taleintiefung eines Flusses. Tektonische Bewegungen der Erdkruste können dieses Wechselspiel überprägen. Im Einzelnen ist das ein kompliziertes Beziehungsgeflecht. Wichtig für uns an dieser Stelle: Die zyklische Entwicklung dieses Systems führt zu einer gesetzmäßigen, zyklischen Abfolge von Erosion und Sedimentation, und die Sedimentationsszyklen (Sequenzen) bilden die Grundlage der Lithostratigraphie. Idealerweise werden die Sedimente eines größeren Zyklus' dann als Formationen definiert, und untergeordnete Zyklen kann man dann als Subformationen und Member gruppieren. Eine moderne, auf diesen Prinzipien basierende Lithostratigraphie der Germanischen Trias ist erst in den letzten Jahren erarbeitet worden. Sie wird in den Seiten zu Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper mit verwendet.

Zum Abschluß noch einige Bemerkungen zu einer großen Katastrophe

Schon zu Beginn geologischer Forschung, weit zurück im 19. Jahrhundert, fielen den Geologen und Paläontologen sehr scharfe Faunenwechsel in bestimmten Zeitabschnitten der Erdgeschichte auf. Solche markanten Sprünge wurden als wichtige Zeitmarken der Erdgeschichte erkannt, und als solche auch zur Abgrenzung der großen Perioden (Ären) der Erdgeschichte benutzt. Die größte Katastrophe der letzten ca. 560 Millionen Jahre Erdgeschichte (Phanerozoikum) ereignete sich vor etwas mehr als 250 Millionen Jahren. 70-80% aller marinen Organismenarten starben aus, und bei den kontinentalen Faunen und Floren sah es ähnlich katastrophal aus. Diese Zeitmarke ist die Untergrenze der Trias gegen das Perm oder (in übergeordneter Kategorie) des Mesozoikum gegen das Paläozoikum. Spekulationen über die Ursachen ranken sich um den Impakt eines kosmischen Körpers und um Flutbasalt-Vulkanismus (Sibirien) - ähnlich wie bei der Kreide-Tertiär-Grenze mit dem Aussterben der Dinosaurier, Ammoniten u. a. Gruppen. Neuerdings ist sogar eine globale Methangas-Explosion in die Diskussion um das Perm-Trias-Grenzereignis eingebracht worden. Das Massenaussterben führte aber dazu, daß die tieferen Triasschichten häufig nur sehr fossilarm sind - das ist keineswegs nur faziell oder ökologisch bedingt, wie man früher häufig dachte. Es brauchte einfach einige Millionen Jahre Reparaturarbeit in den Ökosystemen unserer Erde nach dieser verheerenden Katastrophe. Immerhin - nach wenigen Millionen Jahren, in der tieferen Mitteltrias, war bereits wieder eine recht hohe biologische Diversität erreicht worden. Zahlreiche Organismengruppen hatten neue Vertreter hervorgebracht. Aus diesem Grund unterscheidet sich die triassische Organismenwelt so deutlich von der permischen: Viele alte Gruppen verschwanden für immer von der Erde. Ihre Stelle nahmen die zahlreichen, neu entstandenen Pflanzen und Tiere ein.

Ein systematischer Spaziergang

In den nachfolgenden Seiten können Sie nun mehr über die Dreiheit von Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper erfahren. Als Geologe geht man ganz systematisch vom Älteren zum Jüngeren (also von "unten" nach "oben" ). Es geht also vom Buntsandstein über den Muschelkalk zum Keuper.