Schnecken

Schnecken (Gastropoda): In manchen Horizonten des Muschelkalkes kommen Schnecken sehr häufig vor - im Wellenkalk bestehen manche Bänkchen und Fossillinsen fast ausschließlich aus Schneckensteinkernen. Allerdings ist die Erhaltung oft ungeeignet für eine sichere Bestimmung. Fossile Schnecken bestimmt man am sichersten unter besonderer Gewichtung der Larvenschale (Protoconch) - das ist der Ghäuseabschnitt, der im Larvenstadium angelegt wird. Er befindet sich an der Gehäusespitze. Die häufig nur als Steinkerne überlieferten Muschelkalkschnecken zeigen diese Merkmale in der Regel nicht mehr. Entsprechend vorsichtig sind die Bestimmungen in der Literatur zu bewerten. Trotzdem wissen wir eine Menge über Muschelkalkschnecken. Einerseits lieferten besonders gut erhaltene Schnecken (auch hier vor allem wieder Ersatzschalenerhaltung) eine Menge Informationen, andererseits kann man sich mit besonderen Techniken behelfen. Dazu gehören beispielsweise Silikonabgüsse von besonders guten, scharfen und detailreichen Abdrücken. Wie in heutigen Faunen sind viele Schnecken im Muschelkalk sehr klein. Ihre ganze Vielfalt erschließt sich erst, wenn man auch auf sehr kleine Fossilien achtet.

Scaphopoden
Kahn- oder Grabfüßer (Scaphopoda): Scaphopoden sind eine kleine, nicht sehr artenreiche Molluskengruppe. Sie können unter günstigen Bedingungen aber sehr individuenreiche Populationen entwickeln. Dann ist eine Art in einem Horizont plötzlich massenweise zu finden. Im Wellenkalk gehören die "Dentalienbänkchen" mit den wenige Zentimeter langen, röhrenförmigen, "hinten" (apikal) verjüngten Scaphopodengehäusen zu den charakteristischen Fossilhorizonten.