Ein wenig Formationskunde muß sein

Oolithbankzone am Steilhang von Zscheiplitz

Bild oben: Die hellen Gesteine des Wellenkalkes (Jena-Formation) waren ursprünglich meist dunkel blaugrau Die helle Farbe wird erst durch langjährige Anwitterung oberflächennah anstehenden Gesteins erzeugt. Oolithbankzone am Steilhang von Zscheiplitz.

Bild links: Moderne lithostratigraphische Gliederung des Germanischen Muschelkalkes. Für uns ist die Gliederung des norddeutschen Teilbeckens massgeblich. Die Jena-Formation entspricht unserem gesamten U. Muschelkalk oder Wellenkalk. Mittlerer und Oberer Muschelkalk sind stärker gegliedert. Nach Hagdorn, Horn & Simon 1998, umgezeichnet


Muschelkalk und Talmorphologie

7: Morphologie eines mitteldeutschen Flußtales im Röt-Muschelkalk. Die Bankzonen des mu, vor allem die Terebratelbänke, treten deutlich hervor (Felsgürtel). Der Trochitenkalk des mo bildet eine weitere Steilstufe.

 Lithostratigraphie  Muschelkalktal der Steilhang unterhalb von Zscheiplitz

Die Flüsse Saale und Unstrut haben sich tief in die Muschelkalkplateaus eingeschnitten. Erst durch diese junge (quartäre) Erosion hat die Gegend ihre landschaftlichen Reize bekommen. Man muß sich vor Augen halten: Der Ausgangspunkt dieser Entwicklung war eine tertiäre Verebnungsfläche von vermutlich großer Monotonie. Erst die quartäre Zertalung hat Bewegung in die Landschaft gebracht. Die Gestaltung der Talränder folgte der Geologie: Je nach Festigkeit und Verwitterungsresistenz der Gesteine wurden sanfte Hangpartien oder steile Felsbastionen herausmodelliert. Das Resultat sieht heute wie in Bild 6 (links) aus: auf breitem Rötsockel steiler mu mit den Felsgürteln der drei Bankzonen, zurücktretender, weicher mm und Steilstufe des Trochitenkalkes (mo1). Die Ceratitenschichten neigen dann nicht mehr zur Bildung steiler Hänge.

8: Der Steilhang unterhalb von Zscheiplitz ist ein typischer mu-Steilhang. Die Terebratelzone (2) tritt als deutlicher Felssims hervor. Die Oolithbankzone ist unten, kurz über der Unstrutaue, in einem alten Steinbruch (1) angeschnitten. Ganz oben (3) befindet sich ein alter Steinbruch in der Schaumkalkzone.

Bild 9-12: Der Muschelkalk ist die fossilreichste Abteilung der heimischen Trias. Allerdings sind die Fossilien, vor allem im Unteren Muschelkalk, oft nicht perfekt erhalten. Trotzdem - manchmal findet man auch wirklich schöne Fossilien wie die hier vorgestellten: 10: Muschel Entolium, Terebratelzone, Halle; 11: Schlangenstern Aspidura aus der Spriferina-Bank von Zscheiplitz; 12: Beckenknochen eines Nothosauriers von Bad Sulza (mm), 12: Ceratit aus den Ceratitenschichten (mo) von Apolda.